2026-01-06 Lions Club spendet Notfalltasche für das Perinatalzentrum in Heide

Lions Club Dithmarschen spendet Notfalltasche für das Perinatalzentrum in Heide

Dithmarschen | 26. Januar 2026 | G Gehlert
von Links: Dres. Reinhard Jensen und Aram Mai mit Lions club Präsident Jörn Ladehoff | G Gehlert
Der Lions - Club steht buchstäblich hinter dem Perinatalzentrum des WKK | G Gehlert

Sie ist 25 Jahre alt, die Notfalltasche. Fast genauso lange ist der Chefarzt Dr. Reinhard Jensen am Perinatalzentrum am WKK in Heide im Dienst. Die Aufgabe des Zentrums ist es, früh geborene Kinder zu versorgen und sogar deren Leben zu retten. So groß die Freude über die neue Notfaltasche ist, so sehr schauen die Ärzte auch mit gemischten Gefühlen in die Zukunft des Heider Perinatalzentrums, das seit 1. Januar 2026 den Status der höchsten
Versorgungsstufe (Level 1) verloren hat. Das „Abrutschen“ auf Level 2 bedeutet, dass nur noch für deutlich weniger und „ältere“ Frühgeborene versorgt werden dürfen, nämlich ab der 29. Schwangerschaftswoche anstatt wie bisher ab Woche 23. Andererseits sind die Anforderungen an ein Perinatalzentrum Level 2 ähnlich hoch, was Personal, Material und Geräte angeht. Also deutlich reduzierte Erlöse bei vollen Kosten, was für das WKK in Heide die angespannte Lage verschärft und zu einer weiteren Herabstufung auf Level 3 führen könnte. Was hier so theoretisch beschrieben wird, hat verheerende Folgen für werdende Mütter mit Frühgeburtsrisiko: denn sie werden bei einer drohenden Frühgeburt vor der  29. Schwangerschaftswoche zukünftig verlegt werden müssen, z.B. nach Hamburg, Kiel oder Lübeck. Aufgrund von Pflegeengpässen können die zusätzlichen Patientinnen dort aber oftmals gar nicht aufgenommen werden, was zu weiteren Transporten, in einigen Beispielen bis nach Hannover, führen kann. Werdende Mütter und ihre Familien sind also in der Situation einer drohenden Frühgeburt erheblichen und unnötigen Strapazen  ausgesetzt. Und dies in Anbetracht der Tatsache, dass bei guter Perinatalmedizin, wie sie seit langer Zeit auch in Heide angeboten wird, nur ca. 1/7 der Mütter mit Frühgeburtsrisiko auch tatsächlich eine Frühgeburt erleiden. Was sind die Gründe für diese Änderung? Hinter der Änderung steht eine Reform umgesetzt durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA). Im Rahmen der Reform wurde die jährliche Anzahl an Frühgeburt-Verdachtsfällen hochgesetzt. Aus Kostengründen? Eher nicht, da die abgebauten Kapazitäten – oft im ländlichen Raum – in den Städten zusätzlich aufgebaut werden müssen. Hinzu kommen die Transportkosten. Erhöhung der Versorgungsqualität? So zumindest die Idee des GBA, die sich in der Praxis jedoch nicht bestätigt. Aus anderen medizinischen Bereichen ist bekannt, dass sich eine „Spitzenversorgung“ oder Exzellenz erst bei sehr viel höheren Fallzahlen einstellt, Faktor 5 höher als die in der Reform festgesetzten Werte. Was bleibt also? Die Betroffenen erleben einen erheblichen Verlust an Betreuungsqualität und Strapazen bei tendenziell höheren Kosten und ausbleibendem Exzellenzgewinn.

2025-10-25 Erhalt des Augenlichts

Erhalt des Augenlichts

Dithmarschen | 25. Oktober 2025 | G Gehlert / J Ladehoff
Lions Club Dithmarschen unterstützt die neu eröffnete Cornea-Bank
Übergabe der Spendenschecks am UKSH in Kiel (Volker Köhne 3. v.r.) | Bildquelle: UKSH

Cornea…was?

Nicht – Augenheilkundler können mit diesem Begriff vielleicht wenig anfangen. Bei der Cornea handelt es sich um die Augenhornhaut. Eine Spende der Cornea ist im Grunde vergleichbar mit einer Organspende. Nachdem von der UKSH die technischen und organisatorischen Voraussetzungen geschaffen wurden, kann die Spenderhornhaut nun direkt in Kiel gelagert werden, was die Transplantation enorm erleichtert, den Zeitaufwand verkürzt und wichtig auch für die Einhaltung höchster Qualitätsstandards ist. Cornea-Transplantationen sind immer dann notwendig, wenn es zu einer Verletzung oder Erkrankung der Augenhornhaut gekommen ist.

Allein am UKSH in Kiel werden jährlich 150 Transplantationen durchgeführt, Tendenz steigend. Auf der Warteliste stehen in Schleswig-Holstein derzeit etwa 200 Personen.

Unterstützt wurde der Aufbau der Cornea-Bank durch eine Spende in Höhe von insgesamt 15.500 Euro der Lions Clubs aus dem Distrikt 111-Nord. Mit dieser Hilfe fördern die Lions – im Rahmen ihrer Projekte für Lions-Augenhornhautbanken – auch die Einrichtung der Cornea-Bank am UKSH. Darüber hinaus haben sie eine langfristige Unterstützung zugesagt, unter anderem durch Öffentlichkeitsarbeit zur Hornhautspende. „Wir sind sehr dankbar für das Engagement, das direkt dem Wohl unserer Patientinnen und Patienten zugutekommt“, so Prof. Dr. Roider. „Wir freuen uns sehr über die Kooperation zwischen Lions und der Augenhornhautbank des UKSH.“

Am 17.10.2025 überreichten verschiedene Lionsclubs aus Norddeutschland gemeinsam die Spendensummen. Für den Lionsclub Dithmarschen überreichte Lions Vizepräsident Volker Köhne eine Spende in Höhe von 2.500 Euro. Dieser Betrag  konnte aus den Erlösen eines bereits im Juni durchgeführten Benefiz-Golfturniers bereitgestellt werden.


Über die Spenden hinaus wollen die Clubs mit weiteren Aktionen auch Aufklärungsarbeit leisten, um die derzeit eher verhaltene Bereitschaft für Augenhornhaut-Spenden zu erhöhen. Die Schirmherrschaft über die Hornhautbank hat Ministerpräsident Daniel Günther übernommen.

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